Tortour de France

Eine Ausfahrt der besonderen Art startete der Lobo MC in diesem Sommer zusammen mit einigen befreundeten Clubs. Es ging nach Westen ins Land von Baguette und Vin Rouge. Die Totur de France stellte höchste Ansprüche an Mensch, Maschine und Trinkfestigkeit.
Die morgendliche Stille an diesem Samstag fand ein jähes Ende, als die ersten Bikes über die Pforzheimer Straßen dröhnen. Erst am Messplatz verstummten sie, es war Zeit sich zu sammeln. Vom Milwaukee-Twin bis zum 125er Chopper, fanden sich alle Arten von Bikes auf dem Platz ein. Freunde wurden begrüßt und Routenpläne verteilt. Eine Stunde später durchbrach das Donnern von 70 Motoren die Stille, die Tortour de France konnte beginnen.
Die Autobahn von Pforzheim bis zum Grenzübergang Iffezheim sollte die erste Etappe der Tortour bilden. In strahlendem Sonnenschein überquerte der Troß den Rhein. Vorbei an schönen Fachwerkhäusern und winkenden Passanten fuhr die Kette aus Chrom und Stahl durchs Elsaß. Die erste Rast wurde auf einem Parkplatz in Frankreich eingelegt. Einige Rocker stärkten sich im nahegelegenen Fast-Food-Restaurant, wobei es keine Verständigungsprobleme bei der Bestellung gab. Nachdem die Mägen aufgefüllt waren, zog der Korso weiter - der Weg war das Ziel. Die Streckenführung war sehr abwechslungsreich, von Autobahnen, die bis zum Horizont reichten, ging es in die Bergwelt der Vogesen. mit ihren kurvenreichen Straßen, dichten Wäldern und frischer Luft.
Klasse Leute !
Bei dieser Ausfahrt wurde die familiäre Freundschaft der geladenen Clubs untereinander mehr als deutlich. 
Die Geschwindigkeit im Korso wurde so 
eingehalten, daß jeder folgen konnte und der Troß nicht auseinanderriß. Dies war nicht zuletzt Verdienst der Prospects, die die Kreuzungen sperrten.
In Lutzelbourg folgte die Bergetappe der Tortour, steil und kurvenreich ging es aufwärts zur Burgruine. Dort angekommen, standen dank der vorausgefahreneu Troßfahrzeuge bereits Bierbänke und Grill, auf dem es schon verdächtig brutzelte, bereit, um den Bikern die Rast so angenehm wie möglich zu machen. 
Die historischen Gemäuer der Burg waren ideal, um sich im Schatten der Bäume bei Bier, Steaks und Wurst von den Strapazen der Fahrt zu erholen und die fantastische Aussicht auf die im Tal gelegenen Dörfer und den Fluß, der sich am Fuße des Berges entlangschlängelt, zu genießen. Am Nachmittag rief Joe, der Präsi des Lobo MC Pforzheim, zum obligatorischen Bikerspiel auf. Dabei ging es darum, mit Bike und Sozia über eine Wiese zu brettern, anzuhalten und zu warten, bis die Sozia einen Becher geleert hat, danach hieß es so schnell wie möglich wieder zum Ausgangspunkt zu heizen. Nach dieser Gaudi war es an der Zeit sich wieder auf die Bikes zu schwingen und die letzte Strecke der insgesamt 200 Kilometer langen Tortour de France bis zum Ziel-Campground zurückzulegen.
Auf dem Campingplatz, der im Wald versteckt lag, hieß das Motto Gemütlichkeit. Die Rocker schlugen ihre Zelte auf und ließen sich häuslich nieder. Da jeder beim Aufbau des Grills, der Zapfanlage und der Bierbänke mithalf, dauerte es nicht lange, bis die ersten erfrischenden Getränke in geselliger Runde geleert werden konnten. Ein älteres Ehepaar, das die einzigen Camper auf dem Platz darstellte, wußte im ersten Moment beim Anblick dieser Horde nicht, was da auf sie zukommen würde, doch sie merkten schnell, daß die Biker ein friedlicher Haufen waren. Als zu späterer Stunde das Bier ausging, gab jeder gerne einen freiwilligen Beitrag, um die Getränkeversorgung zu sichern. Der guten Stimmung tat auch der sintflutartige Regenguß in der Nacht keinen Abbruch, denn nun wurde es in der Hütte richtig gemütlich. Bei fetziger Konservenmusik und ausreichend Flüssignahrung wurde weitergefeiert. Sogar eine Pokalverleihung fand statt, für den Schießwettbewerb, der am ersten Mai unter den Clubs ausgetragen worden war. Nachdem Joe die Pötte vergeben hatte, wurden die Siege begossen.
Es wurde bereits hell, als die letzten Biker sich in ihre Zelte zurückzogen, um vor der Heimfahrt noch eine Mütze Schlaf zu kriegen. Morgens wurden die, die noch schliefen, durch den Geruch von Rühreiern und Kaffee geweckt. In aller Ruhe wurde gefrühstückt denn niemand hatte eilig, diesen malerischen Ort und diese erholsame Atmosphäre zu verlassen. Irgendwann war doch Schluß. Manche hatten noch einen langen Weg nach Hause vor sich. 
Die Maschinen wurden den bepackt, die Motoren gestartet, dann verließen sie nach allen Himmelsrichtungen den Platz, wie Wölfe und ihre Freunde es zu tun pflegen.
Die Premiere ist gelungen, deshalb soll die Tortour de France auch im nächsten Jahr stattfinden, dann jedoch an einem See.
Ein Sprung ins kühle Nass hätte nach dieser Ausfahrt wirklich gut getan.
Bericht Biker News